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LR Seitinger und LK-Vizepräs. Resch eröffnen das 200. Holzenergie-Contracting Projekt
Die Regionalenergie Steiermark und der Waldverband Steiermark konnten mit Agrar- und Wohnbaulandesrat Johann Seitinger und mit LK-Vizepräs. Hans Resch sowie mit weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft bei einem Kommunalprojekt in Stein (Bezirk Fürstenfeld) die Eröffnung des 200. Holzenergie-Contracting Projektes vornehmen.
Landesrat Seitinger betonte, dass in seinem Ressort das Thema „Erneuerbare Energie“ seit Jahren kein Schlagwort mehr ist und die Weichen im Rahmen der steirischen Wohnbauförderung voll in Richtung Ausstieg aus den fossilen Energieträgern gelegt sind. Das Land Steiermark setzt nicht nur auf den Energieträger Biomasse sondern konnte auch mit einem ambitionierten Wohnbauprogramm den Anteil der Niedrigenergiehäuser stark erhöhen sowie die Verwendung des Baustoffes Holz wesentlich steigern.
Vizepräs. Resch appellierte an die Land- und Forstwirtschaft, die Wärmeversorgung mit Biomasse als Energiedienstleister weiterhin selbst in die Hand zu nehmen, dadurch ein zusätzliches Einkommensstandbein aufzubauen, um auch Kaufkraftabflüsse durch Fossilenergie in Millionenhöhe zu verhindern.
Waldverbandsobmann Paul Lang betonte, dass das Holzenergie-Contracting-Modell in vorbildlicher Weise hohen Kundennutzen mit großem Wertschöpfungspotenzial für die Waldbauern und Gewerbetreibenden in der Region verbindet. Viele Kunden sind wegen der steigenden Preise für fossile Energie sehr an einer Umstellung auf eine moderne Holzheizung interessiert.
Mit diesem 200. Holzenergie-Contracting Projekt im Bezirk Fürstenfeld wird steiermarkweit eine installierte Gesamtleistung von 21 MW erreicht bzw. wurden damit bisher insgesamt Nettoinvestitionen von rund € 16 Mio. ausgelöst. Durch den jährlichen Einsatz von 61.000 m³ Waldhackgut werden 4,65 Mio. Liter Heizöl ersetzt, was dem Verbrauch von 3.200 neuen Einfamilienhäusern entspricht, unterstrich Ing. Lammer, Geschäftsführer der Regionalenergie Steiermark.
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Bei “Holzenergie-Contracting”-Projekten
werden Geschoßwohnbauten, Gemeindezentren und kleine Siedlungen mit komfortabler, krisensicherer Wärme aus den heimischen Wäldern versorgt. Die Landwirte treten dabei als Contractingunternehmer auf, verkaufen die veredelte Dienstleistung "Wärme" und sind nicht mehr Rohstofflieferanten. Die Forstwirte können dabei die Durchforstungs- und Schwachholzsortimente energetisch verwerten, was für sie eine erhöhte Wertschöpfung bedeutet. Das Geld für die Energieversorgung bleibt in der Region - wertvolle Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft werden erhalten bzw. geschaffen. |
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Bauliche und organisatorische Aspekte
Bei diesen Holzenergie-Contracting Projekten investiert eine bäuerliche Gruppe die gesamte Hackgutanlage zuzüglich der baulichen Maßnahmen und mietet sich im Keller des Wärmeabnehmers ein. Diese bäuerliche Gruppe ist für die Funktion, Wartung und Reparatur der Heizungsanlage verantwortlich.
Der Wärmeabnehmer bezahlt wie bei einer Fernwärmeversorgung einen einmaligen Anschlusspreis bzw. einen mittels Wärmezähler eruierten Wärmepreis. Der Wärmeabnehmer hat mit der Heizungsanlage keinen organisatorischen Aufwand und hat daher praktisch Fernwärmekomfort, nur mit dem Unterschied, dass die Wärmeerzeugungsanlage in seinem Gebäude steht.
Umliegende Gebäude werden bei gutem Leitungs/Leistungsverhältnis (direkt oder indirekt mit Wärmetauscher) mitversorgt. Die mitversorgten Gebäude haben weiters den Vorteil, dass die baulichen Investitionen für den Heiz- und Lagerraum wegfallen bzw. vorhandene Räumlichkeiten anderwertig genutzt werden können.
Voraussetzungen
Günstige Standorte für Mikronetze:
Gemeindezentren: zB Gemeindeamt, Mehrzweckhalle, Volksschule, Kindergarten zuzüglich einiger Ein- und Zweifamilienhäuser
Siedlungsgebiete: zB Geschoßwohnbauten kombiniert mit Reihenhäusern zuzüglich einiger Ein- und Zweifamilienhäuser
In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit eines Mikronetzprojektes sollte das Verhältnis "Laufmeter Netztrasse zu kW Abnahme" 2 : 1 nicht übersteigen, dh bei beispielsweise 200 lfm Netzlänge sollten mindestens 100 kW Abnahmeleistung vorhanden sein.
Alternative: Objektwärmeversorgung
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Einzelne kommunale Gebäude können auch als Objektwärmeversorgung betrieben werden, sofern eine einfache bauliche Einbindung des Heiz- und Lagerraumes möglich ist und eine Abnahme von mindestens 50 kW gegeben ist. |
Kosten
Für die Wärmeabnehmer ergeben sich übliche Fernwärmetarife
- Laufender Gesamtwärmepreis (exkl. USt.): 6,0 Cent bis 7,3 Cent pro kWh
Grundpreis: € 18,-- bis 24,-- pro kW und Jahr Arbeitspreis: 5,2 Cent bis 6,2 Cent pro kWh Messpreis: € 10,-- bis 15,-- pro Monat
- Einmalige Anschlusskosten (exkl. USt.):
€ 200,-- bis 280,-- pro kW Abnahme bei Altbauten € 250,-- bis 420,-- pro kW Abnahme bei Neubauten
- Es werden Wärmelieferungsverträge abgeschlossen, die auf 15 Jahre indexgesichert sind.
Aspekte für die bäuerliche Betreibergruppe
Die bäuerliche Betreibergruppe mit durchschnittlich zwei bis fünf Landwirten schließt sich zu einer Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesnbR) oder bei größeren Anlagen zu einer Genossenschaft mit beschränkter Haftung (reg. GenmbH) zusammen. Für die Betreibergemeinschaft sind rund 20 % Eigenmittel aufzubringen, die restliche Finanzierung kann großteils mit Anschlusserlösen und Investitionsförderungen (derzeit 30 %) gedeckt werden. Hierbei können die Landwirte für den Schüttraummeter Qualitäts-Waldhackgut mindestens € 22,-- exkl. USt. erzielen bzw. die Wartungs- und Betreuungsarbeiten nach Maschinenring-Stundensätzen (ca. € 10,-- / Std.) verrechnen.
Projektabwicklung
Die Regionalenergie Steiermark bietet für Betreiber und Abnehmer ein umfassendes Projektmanagement an:
- Anlagen- und bautechnische Beratung
- Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Baubehördliche und steuerliche Beratung
- Vertragserstellung
- Gesellschaftsgründung
- Förderungs- und Finanzierungsberatung
- Projektkoordination
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