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Erfolgsstory Holzenergie-Contracting LH-Stv. Schützenhöfer und LK Vize Johann Resch eröffnen das 230. Projekt in der Stadt Gleisdorf
Die Regionalenergie Steiermark konnte mit LH-Stv. Hermann Schützenhöfer, LK-Vizepräs. Hans Resch sowie mit weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft bei einer Wohnsiedlung der Sozialorganisation Chance B in der Stadt Gleisdorf die Eröffnung des 230. Holzenergie-Contracting Projektes vornehmen.
 Von links Gemeindebundpräsident LAbg. Bgm. Erwin Dirnberger, LWK-Vizepräsident Hans Resch, Chance B GF Magistra Eva Skergeth-Lopič, LH-Stv. Hermann Schützenhöfer, Regionalenergie Stmk. GF Ing. Herbert Lammer, Bgm. Christoph Stark
LH-Stv. Schützenhöfer: „Grüne Technologien sollen zu einem Markenzeichen der Steiermark werden!“
LH-Stv. Schützenhöfer betonte, dass wir unseren Energiebedarf auf sozial verträgliche und ökologisch verantwortliche Weise decken müssen. Dazu befürwortet er auch den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energieformen, die effizient und ökonomisch nachhaltig sind. Deshalb begrüßt er auch Initiativen von steirischen Gemeinden, die zur Selbstversorgung mit Energie übergehen wollen. Dazu gehören auch Vorzeigeprojekte wie das Holzenergie-Contracting in der Steiermark, eine Basis für Green Jobs in unserem Land.
LK Vize Johann Resch: „Energiesystem rasch von fossilen auf erneuerbare Energieträger umstellen!“
Vizepräs. Resch appellierte an die Land- und Forstwirtschaft, die Wärmeversorgung mit Biomasse als Energiedienstleister weiterhin selbst in die Hand zu nehmen, dadurch ein zusätzliches Einkommensstandbein aufzubauen, um auch Kaufkraftabflüsse durch Fossilenergie in Millionenhöhe zu verhindern.
GF Ing. Herbert Lammer: „Durch Energie-Contracting in den letzen Jahren über 200 Arbeitsplätze geschaffen!“
Mit diesem 230. Holzenergie-Contracting Projekt wird steiermarkweit eine installierte Gesamtleistung von 26 MW erreicht bzw. wurden damit bisher insgesamt Nettoinvestitionen von rund € 20 Mio. ausgelöst. Durch den jährlichen Einsatz von 76.000 m³ Waldhackgut werden 5,8 Mio. Liter Heizöl ersetzt, was dem Verbrauch von 4.000 neuen Einfamilienhäusern entspricht.
| Dokumentation der Anlage bei der Chance B in Gleisdorf
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Bei “Holzenergie-Contracting”-Projekten
werden Geschoßwohnbauten, Gemeindezentren und kleine Siedlungen mit komfortabler, krisensicherer Wärme aus den heimischen Wäldern versorgt. Die Landwirte treten dabei als Contractingunternehmer auf, verkaufen die veredelte Dienstleistung "Wärme" und sind nicht mehr Rohstofflieferanten. Die Forstwirte können dabei die Durchforstungs- und Schwachholzsortimente energetisch verwerten, was für sie eine erhöhte Wertschöpfung bedeutet. Das Geld für die Energieversorgung bleibt in der Region - wertvolle Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft werden erhalten bzw. geschaffen. |
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Bauliche und organisatorische Aspekte
Bei diesen Holzenergie-Contracting Projekten investiert eine bäuerliche Gruppe die gesamte Hackgutanlage zuzüglich der baulichen Maßnahmen und mietet sich im Keller des Wärmeabnehmers ein. Diese bäuerliche Gruppe ist für die Funktion, Wartung und Reparatur der Heizungsanlage verantwortlich.
Der Wärmeabnehmer bezahlt wie bei einer Fernwärmeversorgung einen einmaligen Anschlusspreis bzw. einen mittels Wärmezähler eruierten Wärmepreis. Der Wärmeabnehmer hat mit der Heizungsanlage keinen organisatorischen Aufwand und hat daher praktisch Fernwärmekomfort, nur mit dem Unterschied, dass die Wärmeerzeugungsanlage in seinem Gebäude steht.
Umliegende Gebäude werden bei gutem Leitungs/Leistungsverhältnis (direkt oder indirekt mit Wärmetauscher) mitversorgt. Die mitversorgten Gebäude haben weiters den Vorteil, dass die baulichen Investitionen für den Heiz- und Lagerraum wegfallen bzw. vorhandene Räumlichkeiten anderwertig genutzt werden können.
Voraussetzungen
Günstige Standorte für Mikronetze:
Gemeindezentren: zB Gemeindeamt, Mehrzweckhalle, Volksschule, Kindergarten zuzüglich einiger Ein- und Zweifamilienhäuser
Siedlungsgebiete: zB Geschoßwohnbauten kombiniert mit Reihenhäusern zuzüglich einiger Ein- und Zweifamilienhäuser
In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit eines Mikronetzprojektes sollte das Verhältnis "Laufmeter Netztrasse zu kW Abnahme" 2 : 1 nicht übersteigen, dh bei beispielsweise 200 lfm Netzlänge sollten mindestens 100 kW Abnahmeleistung vorhanden sein.
Alternative: Objektwärmeversorgung
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Einzelne kommunale Gebäude können auch als Objektwärmeversorgung betrieben werden, sofern eine einfache bauliche Einbindung des Heiz- und Lagerraumes möglich ist und eine Abnahme von mindestens 50 kW gegeben ist. |
Kosten
Für die Wärmeabnehmer ergeben sich übliche Fernwärmetarife
- Laufender Gesamtwärmepreis (exkl. USt.): 6,0 Cent bis 7,3 Cent pro kWh
Grundpreis: € 18,-- bis 24,-- pro kW und Jahr Arbeitspreis: 5,2 Cent bis 6,2 Cent pro kWh Messpreis: € 10,-- bis 15,-- pro Monat
- Einmalige Anschlusskosten (exkl. USt.):
€ 200,-- bis 280,-- pro kW Abnahme bei Altbauten € 250,-- bis 420,-- pro kW Abnahme bei Neubauten
- Es werden Wärmelieferungsverträge abgeschlossen, die auf 15 Jahre indexgesichert sind.
Aspekte für die bäuerliche Betreibergruppe
Die bäuerliche Betreibergruppe mit durchschnittlich zwei bis fünf Landwirten schließt sich zu einer Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesnbR) oder bei größeren Anlagen zu einer Genossenschaft mit beschränkter Haftung (reg. GenmbH) zusammen. Für die Betreibergemeinschaft sind rund 20 % Eigenmittel aufzubringen, die restliche Finanzierung kann großteils mit Anschlusserlösen und Investitionsförderungen (derzeit 30 %) gedeckt werden. Hierbei können die Landwirte für den Schüttraummeter Qualitäts-Waldhackgut mindestens € 22,-- exkl. USt. erzielen bzw. die Wartungs- und Betreuungsarbeiten nach Maschinenring-Stundensätzen (ca. € 10,-- / Std.) verrechnen.
Projektabwicklung
Die Regionalenergie Steiermark bietet für Betreiber und Abnehmer ein umfassendes Projektmanagement an:
- Anlagen- und bautechnische Beratung
- Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Baubehördliche und steuerliche Beratung
- Vertragserstellung
- Gesellschaftsgründung
- Förderungs- und Finanzierungsberatung
- Projektkoordination
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